Unbestätigten Gerüchten am Frühstückstisch zu Folge, gab es heute früh gegen 04:00 Uhr einen Feuerwehreinsatz wegen der anhaltenden Regenfälle bei einem Bauern in der Nachbarschaft. Am Nachbartisch wurde von Sirenengeheul um diese Uhrzeit erzählt. Obwohl ich bei gekipptem Fenster schlafe, kann ich das nicht bestätigen. Vielleicht gibt es ja da bis zum Abendessen mehr Information darüber.
Bereits um 07:00 Uhr liege ich am Bett bei der Nf-Wechselstrombehandlung. Heute wollen die Elektro-Pads nicht so recht auf meinem gestähltem Körper kleben bleiben und lösen damit einen Alarm aus der klingt, als wenn ich gleich den Löffel abgeben würde.
Nach dem Frühstück geht's ab zur Visite in die Reha-Ambulanz. Ich bin zwar nicht der einzige aber nach dem meine nächste Therapie erst um 10:00 Uhr beginnt, gibt es auch keinen Stress. Nach 15 Minuten Wartezeit werde ich in die Ordination gerufen. Meine Ärztin begrüßt mich freundlich und fragt nach meinem Befinden. Ich antworte, dass alles bestens sei und ich fast schon Schmerzfrei bin. Seit drei Tagen ist selbst der unangenehme Schmerz im Kreuz nach dem Aufstehen so gut wie weg. Ich spreche auch die Tatsache an, dass ich seit drei Wochen kein Sodbrennen mehr habe. Davor stand das brennen in der Brust fast täglich am Plan. Sie meinte gleich, dass das wohl Stressbedingt gewesen sei. Bin gespannt wie sich das nach der Reha verhalten wird.
Im Plantschbecken erhalte ich heute auch die etwas größeren Schaumstoff-Hanteln, die die Übungen relativ erschweren. Ich muss mich einerseits konzentrieren die vorgezeigte Übung ordentlich zu machen und die Körperspannung zu halten, andererseits das Gleichgewicht zu halten. Eine Herausforderung die ich vor allem im Kreuz spüre. Das soll auch so sein, meint die Therapeutin.
Der gebackene Fisch den wir zu Mittag serviert bekommen ist nichts außergewöhnliches, macht aber satt.
Danach geht's auch gleich zur vorletzten Schlammpackung in der Therapie. Noch etwas entspannen in Schlamm und Folie gewickelt bevor es zur letzten Station heute geht. Der Einzelgymnastik.
Die halbe Stunde mit Silke vergeht wie im Fluge da auch das Gespräch irgendwie auf Kino und Filme fällt. Da tretet sie bei mir offene Türen ein. Leider geht sie lieber zur Konkurrenz nach Klagenfurt wenn sie schon mal ins Kino geht, da ihr der Weg nach Villach zu weit sei. Ich versuche sie zu überzeugen, dass sie doch mal wieder ins Cineplexx nach Villach fahren soll und sie meint abschließend meiner Empfehlung beim nächsten Kinobesuch zu folgen.
Nach dem es den ganzen Tag durchgeregnet hat, haben sich die Regenwolken wohl hoffentlich komplett entleert und pünktlich zum Abendessen aufgehört Wasser zu lassen. Fragt sich nur für wie lange. Ich nutze die Gelegenheit für einen kurzen Spaziergang bevor ich den Tag vor dem Fernseher ausklingen lasse. Nicht sehr spannend aber notwendig da ich sehr müde bin.
Freitag, 31. Mai 2013
Donnerstag, 30. Mai 2013
Tag 16 | Waschen, Liegen, Essen
Es regnet. Nein, es schüttet wie aus Kübeln. Es ist Feiertag und es gibt heute keine Therapien. Ein tödlicher Mix wenn man hier festsitzt und die Zeit totschlagen muss. Zuerst bis zum Mittagessen und dann bis zum Abendessen.
Obwohl ich bis halb zwei Nachts DVD's gesehen und ich mich aufs ausschlafen gefreut habe, bin ich so wie jeden Tag bereits um 06:30 Uhr wach. An schlafen ist trotz des Sauwetters nicht mehr zu denken. Ich schnapp mir mein Buch und lese noch bis ich hungrig genug fürs Frühstück bin.
Da ich heute keinen Stress habe lass ich mir auch bis 9 Uhr Zeit um in Ruhe mein Frühstück zu genießen. Die Aussicht aus dem großen Panoramafenster ist sehr bescheiden. Nicht nur weil es regnet, nein auch weil mittlerweile eine Nebelbank eingezogen ist, die die Berge ringsum verschwinden lässt und die Sichtweite gerade noch bis zur Terrasse reicht.
Ich gehe aufs Zimmer und lenke mich vorerst einmal mit Wäsche waschen ab. Das ist nun der dritte Waschgang seit ich hier bin und ich denke es wird auch der Letzte sein. Das muss für die verbleibenden drei Therapietage reichen.
Nach getaner Arbeit lese ich mein Buch fertig und mach mich danach auf zum Mittagessen. Auch so vergehen verregnete Vormittage. Komm mir heute vor wie bei einem Club-Urlaub mit schlechtem Wetter. Die einzige Bewegung ist vom Zimmer zum Buffet und wieder zurück.
Nach dem Mittagessen leg ich ein kleines Schlunzi ein bevor ich ins Hallenbad auf ein paar Längen gehe. Wenigstens das Hallenbad hat an Feiertagen offen und hilft ein wenig die Zeit zu überbrücken. Dort angekommen ist meine Befürchtung wahr geworden. Im Bassin sieht es aus wie im Sommer in Jesolo am Strand - kein Platz und alle übereinander. Ich erkämpfe mir einen Platz in einer Ecke und mache dort meine Unterwasserübungen. An schwimmen ist heute nicht zu denken.
Zurück am Zimmer schau ich, während ich den Blog in Form bringe, nebenbei das Cupfinale der Unaussprechlichen gegen Pasching und muss mit einem Lächeln ansehen wie auch die Violetten gegen den Regionalligisten verlieren. Im Finale.
Nach dem Abendessen geh ich noch auf einen Drink in die Hotelbar und lasse so diesen äußerst besch..... Tag ausklingen.
Eine Frage an alle die in Krankenhäuser arbeiten: macht Desinfektionsmittel eigentlich süchtig? Ich habe ja schon in einem meiner ersten Posts berichtet, dass hier extrem auf Sauberkeit und Hygiene geachtet wird. Alle paar Meter findet man einen Desinfektionsspender mit der Bitte, sich die Hände öfters am Tag zu desinfizieren. Mittlerweile kann ich an den Boxen gar nicht mehr vorbei gehen ohne meine Hände da reinzustecken.
Obwohl ich bis halb zwei Nachts DVD's gesehen und ich mich aufs ausschlafen gefreut habe, bin ich so wie jeden Tag bereits um 06:30 Uhr wach. An schlafen ist trotz des Sauwetters nicht mehr zu denken. Ich schnapp mir mein Buch und lese noch bis ich hungrig genug fürs Frühstück bin.
Da ich heute keinen Stress habe lass ich mir auch bis 9 Uhr Zeit um in Ruhe mein Frühstück zu genießen. Die Aussicht aus dem großen Panoramafenster ist sehr bescheiden. Nicht nur weil es regnet, nein auch weil mittlerweile eine Nebelbank eingezogen ist, die die Berge ringsum verschwinden lässt und die Sichtweite gerade noch bis zur Terrasse reicht.
Ich gehe aufs Zimmer und lenke mich vorerst einmal mit Wäsche waschen ab. Das ist nun der dritte Waschgang seit ich hier bin und ich denke es wird auch der Letzte sein. Das muss für die verbleibenden drei Therapietage reichen.
Nach getaner Arbeit lese ich mein Buch fertig und mach mich danach auf zum Mittagessen. Auch so vergehen verregnete Vormittage. Komm mir heute vor wie bei einem Club-Urlaub mit schlechtem Wetter. Die einzige Bewegung ist vom Zimmer zum Buffet und wieder zurück.
Nach dem Mittagessen leg ich ein kleines Schlunzi ein bevor ich ins Hallenbad auf ein paar Längen gehe. Wenigstens das Hallenbad hat an Feiertagen offen und hilft ein wenig die Zeit zu überbrücken. Dort angekommen ist meine Befürchtung wahr geworden. Im Bassin sieht es aus wie im Sommer in Jesolo am Strand - kein Platz und alle übereinander. Ich erkämpfe mir einen Platz in einer Ecke und mache dort meine Unterwasserübungen. An schwimmen ist heute nicht zu denken.
Zurück am Zimmer schau ich, während ich den Blog in Form bringe, nebenbei das Cupfinale der Unaussprechlichen gegen Pasching und muss mit einem Lächeln ansehen wie auch die Violetten gegen den Regionalligisten verlieren. Im Finale.
Nach dem Abendessen geh ich noch auf einen Drink in die Hotelbar und lasse so diesen äußerst besch..... Tag ausklingen.
Eine Frage an alle die in Krankenhäuser arbeiten: macht Desinfektionsmittel eigentlich süchtig? Ich habe ja schon in einem meiner ersten Posts berichtet, dass hier extrem auf Sauberkeit und Hygiene geachtet wird. Alle paar Meter findet man einen Desinfektionsspender mit der Bitte, sich die Hände öfters am Tag zu desinfizieren. Mittlerweile kann ich an den Boxen gar nicht mehr vorbei gehen ohne meine Hände da reinzustecken.
Mittwoch, 29. Mai 2013
Tag 15 | Seven to go
Nach knapp 12 Stunden Schlaf ist mein Körper wieder voll in der Spur. Schlafen ist doch noch immer das beste Heilmittel und in dieser Disziplin macht mir auch keiner ein X für ein U vor. Die Gene machens.
Wie bereits gestern angekündigt stehe ich bereits um 07:00 Uhr im Plantschbecken. Mich beschleicht ein leicht schlechtes Gefühl wegen Gestern und gebe 25 Minuten Vollgas. Die Therapeutin muss mich sogar einbremsen und ermahnt mich während der einzelnen Übungen Pausen zu machen. Ich fühl mich gut heute und könnte Bäume ausreißen. Also im übertragenen Sinn.
Da ich erst um 09:30 Uhr die nächste Therapiesitzung mit Ultraschall habe, gönne ich mir ein ausgedehntes Frühstück und lass mir Zeit dabei. Leider muss ich mit ansehen, wie ein junger Patient plötzlich zusammensackt und regungslos am Boden liegen bleibt. Blitzschnell sind 4-5 Ärzte mit einem Defibrillator im Speisesaal eingetroffen. Das heißt für gewöhnlich nichts Gutes. Ich sehe noch aus dem Augenwinkel, dass sie ihm eine Infusion anhängen und ihn dann aus dem Speisesaal auf einer Bahre führen. Ich kann vorwegnehmen, dass der Patient am Abend bereits wieder an seinem Platz gesessen ist und einen stabilen Eindruck gemacht hat.
Was mir aber erst im Nachhinein aufgefallen ist, dass es keine Schaulustigen gab. Der Speisesaal war nicht mehr voll und diejenigen die noch da waren, versuchten die Situation auszublenden und unterhielten sich weiter wie als wenn nichts geschehen wäre. Ich denke, dass hier speziell bei den älteren Menschen eine gehörige Portion Angst mit im Spiel war. Wenn hier schon so ein junger Patient einfach umfällt, was wenn...
Später habe ich noch von Waltraud (Speisesaal-Chefin) erfahren, dass letztes Jahr ein Patient während dem Essen zusammengebrochen ist und auf der Stelle tot war.
Nach der wieder einmal recht unspektakulären Ultraschall-Behandlung gehts ab zu Silke, zur EHG. Sie hat ihre Drohung von gestern wahr gemacht und gibt mir ordentlich Stoff. Glücklicherweise war ich darauf schon mental eingestellt und ich kann alle Übung zu ihrer vollsten Zufriedenheit abwickeln. Abschließend meint sie auch noch, dass meine Stabilität und Kraft in der Wirbelsäule schon erstaunlich nahe an den 100% sind. *Freu* Also weiterhin alles im grünen Bereich und auf Angriff eingestellt.
Vor dem Essen habe ich noch einen sehr entspannten Termin bei der Fußpflege. Immerhin gehören die Fusserln auch gepflegt und in Form gebracht. Eine Dame mittleren Alters, äußerst attraktiv und junggeblieben in ihrer Art, kümmert sich 45 Minuten lang um meine Treter. Am Weg zurück in den Speisesaal gehe ich wie auf Wolken. Angenehm.
Nach dem Essen, es gab gefüllte Hühnerbrust, geht's ab in die Folterkammer. Auch hier hab ich ja gestern mehr oder weniger nur die Sitze an den Geräten gewärmt. Ich leg wieder überall 5 kg dazu und absolviere Problemlos meine Runde. Am Ende blicke ich auf den Trainingsplan der meinen Verlauf von Anbeginn dokumentiert. Ich habe mittlerweile überall die 3-fache Gewichtanzahl als noch vor 15 Tagen. Das geht, oder?
Die letzte Tageseinheit ist 1 Stunde lang Nordic Walking. Es hat mittlerweile zu Regnen aufgehört und sogar die Sonne lässt sich blicken. Na wenigstens was positives. Nordic Walking - ich kann mich damit nicht anfreunden und versuche meine Abneigung so gut es geht zu verbergen. Die Therapeutin hält am Weg ein paar mal an um bei ein paar Leuten eine Korrektur vorzunehmen. Sprich, sie sollen besser und ordentlich aus der Schulter heraus die Stöcke einsetzen. Sowie der Herr mit dem grauen Shirt. Alle drehen sich in meine Richtung. Auch ich dreh mich um aber da war keiner mehr. Ich war der mit dem grauen Shirt. Und ich war auch der, der sich jetzt ein Loch im Waldboden gewünscht hat. Ein großes. Ich darf einen Catwalk im Wald hinlegen und während ich so an den Leuten vorbei walke schimpfe ich mich gedanklich selber einen Scheißsstreber. Bitte, wie peinlich ist das denn?!? Da vorwiegend Männer in der Gruppe sind, fliegen natürlich auch gleich ein paar niveauvolle Meldungen. Ich lächle und sage nur: „Naturtalent“. Ich lass mich ans Ende der Gruppe zurückfallen und frage mich selber, ob das jetzt soeben tatsächlich stattgefunden hat.
15:00 Uhr Feierabend! 2/3 der Rehab sind somit geschafft. Morgen geht es mit einem Feiertag in den Endspurt. Eigentlich habe ich noch drei Tage Behandlungen muss aber noch sechs Tage hier bleiben. Die Vorfreude aufs Heimfahren steigt.
Nach dem Essen gehe ich noch eine Runde schwimmen bevor der DVD-Abend beginnt. „Die Verurteilten“ stehen am Programm. Einer, wenn nicht der Beste Gefängnisfilm überhaupt. Absolut Empfehlenswert!
Wie bereits gestern angekündigt stehe ich bereits um 07:00 Uhr im Plantschbecken. Mich beschleicht ein leicht schlechtes Gefühl wegen Gestern und gebe 25 Minuten Vollgas. Die Therapeutin muss mich sogar einbremsen und ermahnt mich während der einzelnen Übungen Pausen zu machen. Ich fühl mich gut heute und könnte Bäume ausreißen. Also im übertragenen Sinn.
Da ich erst um 09:30 Uhr die nächste Therapiesitzung mit Ultraschall habe, gönne ich mir ein ausgedehntes Frühstück und lass mir Zeit dabei. Leider muss ich mit ansehen, wie ein junger Patient plötzlich zusammensackt und regungslos am Boden liegen bleibt. Blitzschnell sind 4-5 Ärzte mit einem Defibrillator im Speisesaal eingetroffen. Das heißt für gewöhnlich nichts Gutes. Ich sehe noch aus dem Augenwinkel, dass sie ihm eine Infusion anhängen und ihn dann aus dem Speisesaal auf einer Bahre führen. Ich kann vorwegnehmen, dass der Patient am Abend bereits wieder an seinem Platz gesessen ist und einen stabilen Eindruck gemacht hat.
Was mir aber erst im Nachhinein aufgefallen ist, dass es keine Schaulustigen gab. Der Speisesaal war nicht mehr voll und diejenigen die noch da waren, versuchten die Situation auszublenden und unterhielten sich weiter wie als wenn nichts geschehen wäre. Ich denke, dass hier speziell bei den älteren Menschen eine gehörige Portion Angst mit im Spiel war. Wenn hier schon so ein junger Patient einfach umfällt, was wenn...
Später habe ich noch von Waltraud (Speisesaal-Chefin) erfahren, dass letztes Jahr ein Patient während dem Essen zusammengebrochen ist und auf der Stelle tot war.
Nach der wieder einmal recht unspektakulären Ultraschall-Behandlung gehts ab zu Silke, zur EHG. Sie hat ihre Drohung von gestern wahr gemacht und gibt mir ordentlich Stoff. Glücklicherweise war ich darauf schon mental eingestellt und ich kann alle Übung zu ihrer vollsten Zufriedenheit abwickeln. Abschließend meint sie auch noch, dass meine Stabilität und Kraft in der Wirbelsäule schon erstaunlich nahe an den 100% sind. *Freu* Also weiterhin alles im grünen Bereich und auf Angriff eingestellt.
Vor dem Essen habe ich noch einen sehr entspannten Termin bei der Fußpflege. Immerhin gehören die Fusserln auch gepflegt und in Form gebracht. Eine Dame mittleren Alters, äußerst attraktiv und junggeblieben in ihrer Art, kümmert sich 45 Minuten lang um meine Treter. Am Weg zurück in den Speisesaal gehe ich wie auf Wolken. Angenehm.
Nach dem Essen, es gab gefüllte Hühnerbrust, geht's ab in die Folterkammer. Auch hier hab ich ja gestern mehr oder weniger nur die Sitze an den Geräten gewärmt. Ich leg wieder überall 5 kg dazu und absolviere Problemlos meine Runde. Am Ende blicke ich auf den Trainingsplan der meinen Verlauf von Anbeginn dokumentiert. Ich habe mittlerweile überall die 3-fache Gewichtanzahl als noch vor 15 Tagen. Das geht, oder?
Die letzte Tageseinheit ist 1 Stunde lang Nordic Walking. Es hat mittlerweile zu Regnen aufgehört und sogar die Sonne lässt sich blicken. Na wenigstens was positives. Nordic Walking - ich kann mich damit nicht anfreunden und versuche meine Abneigung so gut es geht zu verbergen. Die Therapeutin hält am Weg ein paar mal an um bei ein paar Leuten eine Korrektur vorzunehmen. Sprich, sie sollen besser und ordentlich aus der Schulter heraus die Stöcke einsetzen. Sowie der Herr mit dem grauen Shirt. Alle drehen sich in meine Richtung. Auch ich dreh mich um aber da war keiner mehr. Ich war der mit dem grauen Shirt. Und ich war auch der, der sich jetzt ein Loch im Waldboden gewünscht hat. Ein großes. Ich darf einen Catwalk im Wald hinlegen und während ich so an den Leuten vorbei walke schimpfe ich mich gedanklich selber einen Scheißsstreber. Bitte, wie peinlich ist das denn?!? Da vorwiegend Männer in der Gruppe sind, fliegen natürlich auch gleich ein paar niveauvolle Meldungen. Ich lächle und sage nur: „Naturtalent“. Ich lass mich ans Ende der Gruppe zurückfallen und frage mich selber, ob das jetzt soeben tatsächlich stattgefunden hat.
15:00 Uhr Feierabend! 2/3 der Rehab sind somit geschafft. Morgen geht es mit einem Feiertag in den Endspurt. Eigentlich habe ich noch drei Tage Behandlungen muss aber noch sechs Tage hier bleiben. Die Vorfreude aufs Heimfahren steigt.
Nach dem Essen gehe ich noch eine Runde schwimmen bevor der DVD-Abend beginnt. „Die Verurteilten“ stehen am Programm. Einer, wenn nicht der Beste Gefängnisfilm überhaupt. Absolut Empfehlenswert!
Dienstag, 28. Mai 2013
Tag 14 | Hundstag
War gestern irgendwas? Ich wache mit riesigen Kopfschmerzen auf und verfluche die Schnapsrunden von gestern Abend. Sowie natürlich das letzte Getränk. Ich fühle mich total gerädert und ausgspiebn' und hoffe, dass der Tag schnell vergeht.
07:00 Uhr: Unterwassergymnastik
Das Wasser erfrischt mich zwar ein wenig aber ich fühle mich, als hätte ich Blei in den Füßen und die Schaumstoffhanteln wären aus Beton.
07:35 Uhr Frühstück
Am Frühstückstisch wird schnell allen klar, dass es mir nicht gut geht. Aber was soll ich tun wenn es nur (Apfel)Most und Schnäpse gibt! Mit an G'spritzen oder Cola-Whiskey wäre mir das nicht passiert. Ich würge die Semmel irgendwie runter und habe natürlich großen Appetit auf McDonalds. Oder eine Leberkäs-Semmel. Ein Lichtblick ist die gebackene Käsevariation zu Mittag. Aber bis dahin bin ich wahrscheinlich schon verendet.
07:50 Uhr
Ich schleppe mich aufs Zimmer und bereite mich seelisch auf die Kraftkammer vor. Ich lieg am Bett und versuche noch etwas zu dösen.
08:30 Uhr Kraftkammer
Mir ist flau im Magen und auch ein wenig übel. Aus den 3x15 Wiederholungen werden maximal 2x10 Wiederholungen. Ich schraube überall das Gewicht etwas höher und hoffe das meine Ausdünstung nicht all zu heftig ist.
08:55 Uhr
Ich schleppe mich aufs Zimmer und bereite mich auf die Massage vor. Ich lieg am Bett und versuche noch etwas zu dösen. In der nächsten halben Stunde trinke ich einen Liter Wasser. Mir ist kotzübel.
09:30 Uhr Massage
Ich freu mich, eine halbe Stunde einfach nur da zu liegen und nichts machen zu müssen. Selbst wenn Godzilla mich heute massieren würde, wäre es mir absolut egal. Ich döse leicht weg.
09:55 Uhr
Ich schleppe mich aufs Zimmer und bereite mich auf die Einzelheilgymnastik (EHG) vor. Irgendwie hab ich Angst davor heute. Ich lieg am Bett und versuche noch etwas zu dösen.
10:30 Uhr EHG
Silke sieht auf den ersten Blick das was nicht stimmt. Ich meine kleinlaut, dass es mir nicht so gut geht und hoffe inständig das sie heute Gnade mit mir hat. Sie fragt mich, was wir für Übungen machen sollen. Ich schau sie an und meine, was auch immer am Programm steht. Was für eine Lüge! Sie sieht mich an und deutet lächelnd auf das Bett. Leg dich hin, ich massiere dir das Bindegewebe an der Wirbelsäule. Danke, danke, danke!! Sie verabschiedet mich nach 25 Minuten und sagt:„ Oba murgn gemmas wieder o!“
10:55 Uhr
Ich gehe aufs Zimmer und warte auf das Mittagsessen. Ich lieg am Bett, versuche noch etwas zu dösen und schön langsam gehts mir wieder besser.
11:30 Uhr Mittag
Das bestätigt mir auch Heinzi, der meinte das ich wieder etwas Farbe im Gesicht hätte. Da gestern viele Neuankömmlinge ins Haus gekommen sind, sind auch einige Tischeinteilungen neu gemischt worden. Und so dürfen wir nach zwei Wochen endlich auch eine Frau in unserer Mitte begrüßen: Margit ausch Innschbruck. Seitenbänder, Kreuzband sowie Meniskus gerissen. Jackpot!
Die gebackene Käsevariation reißt mich zwar ein bissl raus, dafür geht mein Kreislauf ein wenig in die Knie.
12:35 Schlammpackung
Soll ich ihnen sagen, dass es mir nicht gut geht? Immerhin wird das jetzt ziemlich heiß. Da könnte der Kreislauf was dagegen haben. Egal, die Schlammschicht wird mir schon auf den Körper aufgetragen, ich werde mit Folie umwickelt und ins Wasserbad herabgelassen. 20 Minuten später geht es mir wesentlich besser als zuvor.
13:05 Uhr
Ich bin am Zimmer und bin von der Wärme völlig erschöpft. Meine letzte Therapie für heute beginnt erst um 14:30 Uhr. Ich stell mir den Wecker auf 14:15 Uhr und schlafe ein.
14:30 Rückenschule
Wir sind heute nur zu viert was aber angenehm ist. In der Runde befindet sich auch eine ältere Dame mit einer neuen Hüfte und Wirbelsäulenprobleme. Sie kommt den ganzen weiten Weg von Köln (!) hierher für die Rehabilitaion. Die Klinik ist ihr von ihren deutschen Ärzten empfohlen worden. Net schlecht.
15:00 Uhr
Am Zimmer angekommen leg ich mich sofort wieder hin und schlafe zwei Stunden durch. Das heute die Sonne scheint und es relativ schön ist, ist mir im Moment egal.
Nach dem Abendessen schaffe ich es dann doch noch ein bissl in die Natur um frischen Sauerstoff zu tanken. Irgendwie hab ich den Tag doch noch über die Runden gebracht und freu mich wieder auf morgen.
07:00 Uhr Unterwassergymnastik ....
07:00 Uhr: Unterwassergymnastik
Das Wasser erfrischt mich zwar ein wenig aber ich fühle mich, als hätte ich Blei in den Füßen und die Schaumstoffhanteln wären aus Beton.
07:35 Uhr Frühstück
Am Frühstückstisch wird schnell allen klar, dass es mir nicht gut geht. Aber was soll ich tun wenn es nur (Apfel)Most und Schnäpse gibt! Mit an G'spritzen oder Cola-Whiskey wäre mir das nicht passiert. Ich würge die Semmel irgendwie runter und habe natürlich großen Appetit auf McDonalds. Oder eine Leberkäs-Semmel. Ein Lichtblick ist die gebackene Käsevariation zu Mittag. Aber bis dahin bin ich wahrscheinlich schon verendet.
07:50 Uhr
Ich schleppe mich aufs Zimmer und bereite mich seelisch auf die Kraftkammer vor. Ich lieg am Bett und versuche noch etwas zu dösen.
08:30 Uhr Kraftkammer
Mir ist flau im Magen und auch ein wenig übel. Aus den 3x15 Wiederholungen werden maximal 2x10 Wiederholungen. Ich schraube überall das Gewicht etwas höher und hoffe das meine Ausdünstung nicht all zu heftig ist.
08:55 Uhr
Ich schleppe mich aufs Zimmer und bereite mich auf die Massage vor. Ich lieg am Bett und versuche noch etwas zu dösen. In der nächsten halben Stunde trinke ich einen Liter Wasser. Mir ist kotzübel.
09:30 Uhr Massage
Ich freu mich, eine halbe Stunde einfach nur da zu liegen und nichts machen zu müssen. Selbst wenn Godzilla mich heute massieren würde, wäre es mir absolut egal. Ich döse leicht weg.
09:55 Uhr
Ich schleppe mich aufs Zimmer und bereite mich auf die Einzelheilgymnastik (EHG) vor. Irgendwie hab ich Angst davor heute. Ich lieg am Bett und versuche noch etwas zu dösen.
10:30 Uhr EHG
Silke sieht auf den ersten Blick das was nicht stimmt. Ich meine kleinlaut, dass es mir nicht so gut geht und hoffe inständig das sie heute Gnade mit mir hat. Sie fragt mich, was wir für Übungen machen sollen. Ich schau sie an und meine, was auch immer am Programm steht. Was für eine Lüge! Sie sieht mich an und deutet lächelnd auf das Bett. Leg dich hin, ich massiere dir das Bindegewebe an der Wirbelsäule. Danke, danke, danke!! Sie verabschiedet mich nach 25 Minuten und sagt:„ Oba murgn gemmas wieder o!“
10:55 Uhr
Ich gehe aufs Zimmer und warte auf das Mittagsessen. Ich lieg am Bett, versuche noch etwas zu dösen und schön langsam gehts mir wieder besser.
11:30 Uhr Mittag
Das bestätigt mir auch Heinzi, der meinte das ich wieder etwas Farbe im Gesicht hätte. Da gestern viele Neuankömmlinge ins Haus gekommen sind, sind auch einige Tischeinteilungen neu gemischt worden. Und so dürfen wir nach zwei Wochen endlich auch eine Frau in unserer Mitte begrüßen: Margit ausch Innschbruck. Seitenbänder, Kreuzband sowie Meniskus gerissen. Jackpot!
Die gebackene Käsevariation reißt mich zwar ein bissl raus, dafür geht mein Kreislauf ein wenig in die Knie.
12:35 Schlammpackung
Soll ich ihnen sagen, dass es mir nicht gut geht? Immerhin wird das jetzt ziemlich heiß. Da könnte der Kreislauf was dagegen haben. Egal, die Schlammschicht wird mir schon auf den Körper aufgetragen, ich werde mit Folie umwickelt und ins Wasserbad herabgelassen. 20 Minuten später geht es mir wesentlich besser als zuvor.
13:05 Uhr
Ich bin am Zimmer und bin von der Wärme völlig erschöpft. Meine letzte Therapie für heute beginnt erst um 14:30 Uhr. Ich stell mir den Wecker auf 14:15 Uhr und schlafe ein.
14:30 Rückenschule
Wir sind heute nur zu viert was aber angenehm ist. In der Runde befindet sich auch eine ältere Dame mit einer neuen Hüfte und Wirbelsäulenprobleme. Sie kommt den ganzen weiten Weg von Köln (!) hierher für die Rehabilitaion. Die Klinik ist ihr von ihren deutschen Ärzten empfohlen worden. Net schlecht.
15:00 Uhr
Am Zimmer angekommen leg ich mich sofort wieder hin und schlafe zwei Stunden durch. Das heute die Sonne scheint und es relativ schön ist, ist mir im Moment egal.
Nach dem Abendessen schaffe ich es dann doch noch ein bissl in die Natur um frischen Sauerstoff zu tanken. Irgendwie hab ich den Tag doch noch über die Runden gebracht und freu mich wieder auf morgen.
07:00 Uhr Unterwassergymnastik ....
Tag 13 | Beim Mostbauern
Seit drei Tagen fühle ich mich schon schlapp, ausgelaugt und müde. Offensichtlich zollt nun der Körper der Therapie Tribut und fährt einen Gang runter. Ich könnte am liebsten nur schlafen. Oder ist es doch das Wetter?
Der Tag fängt schon mit einer kleinen Überraschung an, da ich meine Massage erstens in einem anderen Zimmer habe und zweitens mit einer anderen Masseurin. Eine junge Frau knetet nun früh morgens um sieben meinen Körper.Ohne dabei meine Hose über meinen Popsch zu ziehen, legt sie los. Bei der anderen war das die erste Handbewegung. Vielleicht deswegen der schwere Atem.
Nf-Wechselstrom, was soll ich sagen - nix passiert. Ich habe nur darum gebeten, den Sprühregen abzudrehen da sonst das Wasser schneller kalt wird.
Nach dem Mittagessen vergesse ich irgendwie die Zeit und komme deshalb sieben Minuten zu spät zur Einzelheilgymnastik. Silke nimmt meine Entschuldigung an und schindet mich die nächsten 20 Minuten dafür intensiver.
Bis zum Ergotraining hab ich noch eine gute Stunde Zeit. Ich leg mich aufs Bett und lese weiter an der „Verwesung“. Irgendwie muss ich wohl eingeschlafen sein und mein innerer Wecker weckt mich zu spät. Scheiße, schon 14:10 Uhr!! Ich laufe schnell die Treppen hinunter in die Altis Arena wo ich seit 14:00 Uhr schon am Rad sitzen sollte. Als ich dort ankam und mein zuspätkommen erkläre, schickt mich die Cheftherapeutin in die Leitstelle um mir einen neuen Termin geben zu lassen. Auf meine Frage hin, dass doch ein Rad, also meines, doch frei sein müsste, stellt sie auf Stur und schickt mich weg. Ich habe keine Lust auf einen Streit und beuge mich der höheren Gewalt. In der Therapieleitstelle erhalte ich problemlos einen neuen Termin für 15 Uhr.
Das Abendessen lasse ich sausen da wir in die Mostschenke gehen um die Verabschiedung von zwei Tischkollegen zu feiern. Außerdem habe ich heute einen Zahn auf eine zünftige Brett'l Jausen anstatt den Menüvorschlägen aus unserer Küche zu folgen: Krautfleckerln, Dinkelspaghetti, Schweizer Wurstsalat oder Früchte mit Joghurt. Also auf zum Mostbauern!
Montags ist immer Live-Musik (da Sigi auf da Quetschn) und man ist gut beraten früh zu kommen oder zu reservieren. Wir sind schon früher da und sichern uns unser Platzerle. Mit fortdauer des Abends kommen immer mehr Leute, 90% davon Kur- und Rehabpatienten, die das rustikale aber sehr schöne Lokal füllen. Es wird immer lustiger und feuchter und schon machen die ersten Schnäpse die Runde. Und dann die zweit und die dritte... Kurz vor 22 Uhr läutet das Handy eines Kollegen. Da er sich am Nachmittag an der Rezeption abgemeldet hat um kurz nach Hause zu fahren und sich bis dato noch nicht zurückgemeldet hat, fehlt ihnen jetzt natürlich ein Schäfchen. Sie bitten ihn höflich aber bestimmt bis spätestens 22.30 Uhr im Hotel zu sein. Da wechselt die Schicht und sie müssten Meldung machen das jemand fehlt. Als das Gespräch beendet ist, dreht er sich grinsend zu mir um und meint im breiten Steirer Dialekt:„ Oft geht no a Runde. A holbe Stund homa nu Zeit.“
Diese halbe Stunde wird am nächsten Tag den ganzen Tag anhalten.
Der Tag fängt schon mit einer kleinen Überraschung an, da ich meine Massage erstens in einem anderen Zimmer habe und zweitens mit einer anderen Masseurin. Eine junge Frau knetet nun früh morgens um sieben meinen Körper.Ohne dabei meine Hose über meinen Popsch zu ziehen, legt sie los. Bei der anderen war das die erste Handbewegung. Vielleicht deswegen der schwere Atem.
Nf-Wechselstrom, was soll ich sagen - nix passiert. Ich habe nur darum gebeten, den Sprühregen abzudrehen da sonst das Wasser schneller kalt wird.
Nach dem Mittagessen vergesse ich irgendwie die Zeit und komme deshalb sieben Minuten zu spät zur Einzelheilgymnastik. Silke nimmt meine Entschuldigung an und schindet mich die nächsten 20 Minuten dafür intensiver.
Bis zum Ergotraining hab ich noch eine gute Stunde Zeit. Ich leg mich aufs Bett und lese weiter an der „Verwesung“. Irgendwie muss ich wohl eingeschlafen sein und mein innerer Wecker weckt mich zu spät. Scheiße, schon 14:10 Uhr!! Ich laufe schnell die Treppen hinunter in die Altis Arena wo ich seit 14:00 Uhr schon am Rad sitzen sollte. Als ich dort ankam und mein zuspätkommen erkläre, schickt mich die Cheftherapeutin in die Leitstelle um mir einen neuen Termin geben zu lassen. Auf meine Frage hin, dass doch ein Rad, also meines, doch frei sein müsste, stellt sie auf Stur und schickt mich weg. Ich habe keine Lust auf einen Streit und beuge mich der höheren Gewalt. In der Therapieleitstelle erhalte ich problemlos einen neuen Termin für 15 Uhr.
Das Abendessen lasse ich sausen da wir in die Mostschenke gehen um die Verabschiedung von zwei Tischkollegen zu feiern. Außerdem habe ich heute einen Zahn auf eine zünftige Brett'l Jausen anstatt den Menüvorschlägen aus unserer Küche zu folgen: Krautfleckerln, Dinkelspaghetti, Schweizer Wurstsalat oder Früchte mit Joghurt. Also auf zum Mostbauern!
Montags ist immer Live-Musik (da Sigi auf da Quetschn) und man ist gut beraten früh zu kommen oder zu reservieren. Wir sind schon früher da und sichern uns unser Platzerle. Mit fortdauer des Abends kommen immer mehr Leute, 90% davon Kur- und Rehabpatienten, die das rustikale aber sehr schöne Lokal füllen. Es wird immer lustiger und feuchter und schon machen die ersten Schnäpse die Runde. Und dann die zweit und die dritte... Kurz vor 22 Uhr läutet das Handy eines Kollegen. Da er sich am Nachmittag an der Rezeption abgemeldet hat um kurz nach Hause zu fahren und sich bis dato noch nicht zurückgemeldet hat, fehlt ihnen jetzt natürlich ein Schäfchen. Sie bitten ihn höflich aber bestimmt bis spätestens 22.30 Uhr im Hotel zu sein. Da wechselt die Schicht und sie müssten Meldung machen das jemand fehlt. Als das Gespräch beendet ist, dreht er sich grinsend zu mir um und meint im breiten Steirer Dialekt:„ Oft geht no a Runde. A holbe Stund homa nu Zeit.“
Diese halbe Stunde wird am nächsten Tag den ganzen Tag anhalten.
Sonntag, 26. Mai 2013
Tag 12 | Wegen Ruhetag geschlossen
Auch der zweite Sonntag während der Rehab steht im Zeichen der Ruhe und der Entspannung. Nach dem Frühstück unternehme ich mit meinem einzigen übrig gebliebenen Tischkollegen (alle anderen sind zu hause und müssen bis 22 Uhr eintreffen) einen ausgedehnten Vormittagsspaziergang. Knapp drei Stunden waren wir bei trockenem und teilweises sonnigem Wetter in der näheren Umgebung unterwegs.
Am Nachmittag mutiere ich zum Couchpotato. Zuerst ein wenig Formel 1 schlafen und dann sehen wie der alte den neuen Fussballmeister 3:0 abfertigt. Hatten die Veilchen wohl noch ein wenig Restfettn' in sich. Rapid gewinnt wenigstens das letzte Heimspiel und Mattersburg muss dochein wenig überraschend in die zweite Liga. Haben eh schon lang drum gebettelt.
Jetzt nach dem Abendessen schreibe ich diese Zeilen und werde mich in wenigen Minuten wieder vor das TV-Gerät schmeißen. Tatort- what else? Morgen geht's eh wieder um 7:00 Uhr los da kann ich heute mal einfach so herumlungern.
Sorry, aber vor dem Fernseher passieren keine großartige Dinge die ich euch erzählen könnte. Dafür ist morgen die erste Einheit wieder die Massage. Ihr wisst schon. Die, die so schwer atmet...
Schönen Sonntagabend.
Samstag, 25. Mai 2013
Tag 11 | Halbzeit
Seit elf Tagen bin ich also in Althofen, elf weitere werden es noch werden. Grund genug um mal Bilanz über meinen Gesundheitszustand zu ziehen.
Als ich am 15. Mai hier mein Single-Appartment bezogen habe war der Stand folgender.
.) starke schmerzen nach längerem liegen oder sitzen im Lendenwirbelbereich
.) eingeschränkte seitliche Bewegungen (max. 45°)
.) beim nach vorne beugen mit den Händen max. bis zu den Knien gekommen
.) starke Schmerzen beim niesen oder husten im Brustbereich
.) wenig bis keine Kondition
.) fast tägliches Sodbrennen
.) Verspannungen im gesamten Rückenbereich
.) Durchblutungsstörungen entlang der Wirbelsäule
Zusammengefasst könnte man sagen - Totalschaden. Oder eben kurz davor. Nun, nach einer kurzen Eingewöhnungsphase letzte Woche und nach etwas intensiveren Einheiten diese Woche kann ich folgendes Berichten.
.) die Schmerzen sind erträglicher und dabei abzuklingen
.) die seitliche Bewegung geht mittlerweile über 90° hinaus!
.) mittlerweile streichle ich mit den Finger schon an den Schuhen
.) die Schmerzen im Brustbereich sind dabei abzuklingen
.) stetige Steigerung am Ergometer und bei den Gewichten stimmen mich positiv
.) seit 11 Tagen kein Sodbrennen mehr. Die Ernährung machts und Stress hab ich hier auch keinen
.) die Verspannungen und Verhärtungen beginnen sich zu lockern und somit schwinden auch die Schmerzen im LW-Bereich
.) die Durchblutungsstörungen sind weg und davon profitieren auch die Verspannungen
Zusammengefasst kann man sagen, dass sich der Aufenthalt voll lohnt und mir die Therapie bisher sehr geholfen hat.
Nachdem Wochenende ist und sich die Klinik mal wieder leert habe auch ich heute beschlossen, trotz Schnürlregens, diesen Ort mal zu verlassen und habe mich zu Fuß in die Stadt Althofen gemacht. Nach knappen 45 Minuten bin ich am Hornturm angelangt. Von dort aus kann man ganz Althofen überblicken.
Hab auch gleich die Hotspots gesichtet und mich auf den Weg ins Zentrum gemacht um Schmugglerware zu besorgen. Chips und Cola für die Fernsehstunden. Ein Libro ist mir auch über den Weg gelaufen. Da musste ich einfach rein und bin mit zwei neuen Büchern raus. Ich habe mir zwar ein Buch schon mitgenommen allerdings hat es grad nur mal drei Tage gedauert um ausgelesen zu werden. Falls es wen interessiert: es sind zwei Bücher von Simon Beckett geworden. Verwesung und Tiere. Die Chemie des Todes kann ich auch nur schwersten empfehlen wer auf solche Sachen steht.
Althofen selbst ist eine Kleinstadt mit knapp 5000 Einwohnern die sich aber heute wohl alle gut versteckt haben. Ich spaziere durch die Straßen und habe bis zum Zentrum 5 Personen gezählt. Ein paar mehr sind es dann im Zentrum schon geworden aber auch hier waren eigentlich die Gehsteige hochgeklappt. Ich mache mich auf denWeg zurück in die Klinik die oben am Berg ist. Also alles was vorher runter gegangen ist geht jetzt hoch. Der Rücken sendet schon die ersten Signale zu einer Pause aber ich möchte schnell heim da der Regen stärker zu werden scheint.
Ab der Stadtgrenze gibt es bis zur Klinik einen so genannten Heilkräuterweg. Entlang des Weges gibt es Infotafeln zu den einzelnen Kräutern sowie Sprüche und Weisheiten über die Natur und wie unsere Gesellschaft mit dieser umgeht. Bin ich in die Stadt noch die Serpentinen am Gehsteig gegangen, so entschied ich mich für den Rückweg für diese Strecke. Der Weg führt steil bergauf und ist mit natürlichen Stufen ausgestattet. Links und rechts vom Weg ist die Natur pur und unbehandelt. Es wachsen die verschiedensten Heil- und Wiesenpflanzen, meterhohes Gras, Schilf und Unkraut bilden ein imposantes Dickicht in welchem sich offensichtlich viele Tiere sehr wohl fühlen. Man hört Frösche, Vögel, Kühe und sogar Katzen und Hunde. Letztere zwei sind wohl eher auf Nahrungsuche.
Ein wenig durchnässt und abgekämpft bin ich nach insgesamt drei Stunden wieder am Zimmer und falle mal ins Bett für eine halbe Stunde. Zwecks Entspannung begebe ich mich noch für eine Stunde ins Hallenbad und chille im Wasser. Netterweise haben nicht sehr viele (trotz des Wetters) diese Idee und somit sind wir nur zu viert und haben das ganze Bassin für uns.
Zum Abendessen gibt es eine Fischplatte die wirklich ausgezeichnet mundet. Was das Abendprogramm angeht, bin ich noch sehr zweigeteilt. Einerseits interessiert mich das deutsch-deutsche CL-Finale überhaupt nicht. Andererseits möchte ich gerne sehen wie der BVB die CL gewinnt. Zum Leidwesen für „unseren“ David Alaba. Vielleicht reicht ja auch hier nur die zweite Halbzeit.
Bis morgen.
Als ich am 15. Mai hier mein Single-Appartment bezogen habe war der Stand folgender.
.) starke schmerzen nach längerem liegen oder sitzen im Lendenwirbelbereich
.) eingeschränkte seitliche Bewegungen (max. 45°)
.) beim nach vorne beugen mit den Händen max. bis zu den Knien gekommen
.) starke Schmerzen beim niesen oder husten im Brustbereich
.) wenig bis keine Kondition
.) fast tägliches Sodbrennen
.) Verspannungen im gesamten Rückenbereich
.) Durchblutungsstörungen entlang der Wirbelsäule
Zusammengefasst könnte man sagen - Totalschaden. Oder eben kurz davor. Nun, nach einer kurzen Eingewöhnungsphase letzte Woche und nach etwas intensiveren Einheiten diese Woche kann ich folgendes Berichten.
.) die Schmerzen sind erträglicher und dabei abzuklingen
.) die seitliche Bewegung geht mittlerweile über 90° hinaus!
.) mittlerweile streichle ich mit den Finger schon an den Schuhen
.) die Schmerzen im Brustbereich sind dabei abzuklingen
.) stetige Steigerung am Ergometer und bei den Gewichten stimmen mich positiv
.) seit 11 Tagen kein Sodbrennen mehr. Die Ernährung machts und Stress hab ich hier auch keinen
.) die Verspannungen und Verhärtungen beginnen sich zu lockern und somit schwinden auch die Schmerzen im LW-Bereich
.) die Durchblutungsstörungen sind weg und davon profitieren auch die Verspannungen
Zusammengefasst kann man sagen, dass sich der Aufenthalt voll lohnt und mir die Therapie bisher sehr geholfen hat.
Nachdem Wochenende ist und sich die Klinik mal wieder leert habe auch ich heute beschlossen, trotz Schnürlregens, diesen Ort mal zu verlassen und habe mich zu Fuß in die Stadt Althofen gemacht. Nach knappen 45 Minuten bin ich am Hornturm angelangt. Von dort aus kann man ganz Althofen überblicken.
Hab auch gleich die Hotspots gesichtet und mich auf den Weg ins Zentrum gemacht um Schmugglerware zu besorgen. Chips und Cola für die Fernsehstunden. Ein Libro ist mir auch über den Weg gelaufen. Da musste ich einfach rein und bin mit zwei neuen Büchern raus. Ich habe mir zwar ein Buch schon mitgenommen allerdings hat es grad nur mal drei Tage gedauert um ausgelesen zu werden. Falls es wen interessiert: es sind zwei Bücher von Simon Beckett geworden. Verwesung und Tiere. Die Chemie des Todes kann ich auch nur schwersten empfehlen wer auf solche Sachen steht.
Althofen selbst ist eine Kleinstadt mit knapp 5000 Einwohnern die sich aber heute wohl alle gut versteckt haben. Ich spaziere durch die Straßen und habe bis zum Zentrum 5 Personen gezählt. Ein paar mehr sind es dann im Zentrum schon geworden aber auch hier waren eigentlich die Gehsteige hochgeklappt. Ich mache mich auf denWeg zurück in die Klinik die oben am Berg ist. Also alles was vorher runter gegangen ist geht jetzt hoch. Der Rücken sendet schon die ersten Signale zu einer Pause aber ich möchte schnell heim da der Regen stärker zu werden scheint.
Ab der Stadtgrenze gibt es bis zur Klinik einen so genannten Heilkräuterweg. Entlang des Weges gibt es Infotafeln zu den einzelnen Kräutern sowie Sprüche und Weisheiten über die Natur und wie unsere Gesellschaft mit dieser umgeht. Bin ich in die Stadt noch die Serpentinen am Gehsteig gegangen, so entschied ich mich für den Rückweg für diese Strecke. Der Weg führt steil bergauf und ist mit natürlichen Stufen ausgestattet. Links und rechts vom Weg ist die Natur pur und unbehandelt. Es wachsen die verschiedensten Heil- und Wiesenpflanzen, meterhohes Gras, Schilf und Unkraut bilden ein imposantes Dickicht in welchem sich offensichtlich viele Tiere sehr wohl fühlen. Man hört Frösche, Vögel, Kühe und sogar Katzen und Hunde. Letztere zwei sind wohl eher auf Nahrungsuche.
Ein wenig durchnässt und abgekämpft bin ich nach insgesamt drei Stunden wieder am Zimmer und falle mal ins Bett für eine halbe Stunde. Zwecks Entspannung begebe ich mich noch für eine Stunde ins Hallenbad und chille im Wasser. Netterweise haben nicht sehr viele (trotz des Wetters) diese Idee und somit sind wir nur zu viert und haben das ganze Bassin für uns.
Zum Abendessen gibt es eine Fischplatte die wirklich ausgezeichnet mundet. Was das Abendprogramm angeht, bin ich noch sehr zweigeteilt. Einerseits interessiert mich das deutsch-deutsche CL-Finale überhaupt nicht. Andererseits möchte ich gerne sehen wie der BVB die CL gewinnt. Zum Leidwesen für „unseren“ David Alaba. Vielleicht reicht ja auch hier nur die zweite Halbzeit.
Bis morgen.
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