Seit elf Tagen bin ich also in Althofen, elf weitere werden es noch werden. Grund genug um mal Bilanz über meinen Gesundheitszustand zu ziehen.
Als ich am 15. Mai hier mein Single-Appartment bezogen habe war der Stand folgender.
.) starke schmerzen nach längerem liegen oder sitzen im Lendenwirbelbereich
.) eingeschränkte seitliche Bewegungen (max. 45°)
.) beim nach vorne beugen mit den Händen max. bis zu den Knien gekommen
.) starke Schmerzen beim niesen oder husten im Brustbereich
.) wenig bis keine Kondition
.) fast tägliches Sodbrennen
.) Verspannungen im gesamten Rückenbereich
.) Durchblutungsstörungen entlang der Wirbelsäule
Zusammengefasst könnte man sagen - Totalschaden. Oder eben kurz davor. Nun, nach einer kurzen Eingewöhnungsphase letzte Woche und nach etwas intensiveren Einheiten diese Woche kann ich folgendes Berichten.
.) die Schmerzen sind erträglicher und dabei abzuklingen
.) die seitliche Bewegung geht mittlerweile über 90° hinaus!
.) mittlerweile streichle ich mit den Finger schon an den Schuhen
.) die Schmerzen im Brustbereich sind dabei abzuklingen
.) stetige Steigerung am Ergometer und bei den Gewichten stimmen mich positiv
.) seit 11 Tagen kein Sodbrennen mehr. Die Ernährung machts und Stress hab ich hier auch keinen
.) die Verspannungen und Verhärtungen beginnen sich zu lockern und somit schwinden auch die Schmerzen im LW-Bereich
.) die Durchblutungsstörungen sind weg und davon profitieren auch die Verspannungen
Zusammengefasst kann man sagen, dass sich der Aufenthalt voll lohnt und mir die Therapie bisher sehr geholfen hat.
Nachdem Wochenende ist und sich die Klinik mal wieder leert habe auch ich heute beschlossen, trotz Schnürlregens, diesen Ort mal zu verlassen und habe mich zu Fuß in die Stadt Althofen gemacht. Nach knappen 45 Minuten bin ich am Hornturm angelangt. Von dort aus kann man ganz Althofen überblicken.
Hab auch gleich die Hotspots gesichtet und mich auf den Weg ins Zentrum gemacht um Schmugglerware zu besorgen. Chips und Cola für die Fernsehstunden. Ein Libro ist mir auch über den Weg gelaufen. Da musste ich einfach rein und bin mit zwei neuen Büchern raus. Ich habe mir zwar ein Buch schon mitgenommen allerdings hat es grad nur mal drei Tage gedauert um ausgelesen zu werden. Falls es wen interessiert: es sind zwei Bücher von Simon Beckett geworden. Verwesung und Tiere. Die Chemie des Todes kann ich auch nur schwersten empfehlen wer auf solche Sachen steht.
Althofen selbst ist eine Kleinstadt mit knapp 5000 Einwohnern die sich aber heute wohl alle gut versteckt haben. Ich spaziere durch die Straßen und habe bis zum Zentrum 5 Personen gezählt. Ein paar mehr sind es dann im Zentrum schon geworden aber auch hier waren eigentlich die Gehsteige hochgeklappt. Ich mache mich auf denWeg zurück in die Klinik die oben am Berg ist. Also alles was vorher runter gegangen ist geht jetzt hoch. Der Rücken sendet schon die ersten Signale zu einer Pause aber ich möchte schnell heim da der Regen stärker zu werden scheint.
Ab der Stadtgrenze gibt es bis zur Klinik einen so genannten Heilkräuterweg. Entlang des Weges gibt es Infotafeln zu den einzelnen Kräutern sowie Sprüche und Weisheiten über die Natur und wie unsere Gesellschaft mit dieser umgeht. Bin ich in die Stadt noch die Serpentinen am Gehsteig gegangen, so entschied ich mich für den Rückweg für diese Strecke. Der Weg führt steil bergauf und ist mit natürlichen Stufen ausgestattet. Links und rechts vom Weg ist die Natur pur und unbehandelt. Es wachsen die verschiedensten Heil- und Wiesenpflanzen, meterhohes Gras, Schilf und Unkraut bilden ein imposantes Dickicht in welchem sich offensichtlich viele Tiere sehr wohl fühlen. Man hört Frösche, Vögel, Kühe und sogar Katzen und Hunde. Letztere zwei sind wohl eher auf Nahrungsuche.
Ein wenig durchnässt und abgekämpft bin ich nach insgesamt drei Stunden wieder am Zimmer und falle mal ins Bett für eine halbe Stunde. Zwecks Entspannung begebe ich mich noch für eine Stunde ins Hallenbad und chille im Wasser. Netterweise haben nicht sehr viele (trotz des Wetters) diese Idee und somit sind wir nur zu viert und haben das ganze Bassin für uns.
Zum Abendessen gibt es eine Fischplatte die wirklich ausgezeichnet mundet. Was das Abendprogramm angeht, bin ich noch sehr zweigeteilt. Einerseits interessiert mich das deutsch-deutsche CL-Finale überhaupt nicht. Andererseits möchte ich gerne sehen wie der BVB die CL gewinnt. Zum Leidwesen für „unseren“ David Alaba. Vielleicht reicht ja auch hier nur die zweite Halbzeit.
Bis morgen.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen